26. November 2014

Neue Nachbarn statt Flüchtlinge!

Volkmar Nickol (AG Willkommenskultur, stellv. Bürgerdeputierter im Stadtentwicklungsausschuss), Artikel erschienen im BVV-Fraktions-Newsletter

Der Zuzug von Menschen nach Pankow wird weiter zunehmen. Und auch Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten, werden darunter sein. Viele werden zuerst in Gemeinschaftsunterkünften aufgenommen, aber das sollte nur zeitlich begrenzt erfolgen, im Regelfall sollen Geflüchtete nach drei Monaten Wohnungen wie die Normalbevölkerung beziehen.

Die Größe der Gemeinschaftsunterkünfte sollte begrenzt werden auf maximal 100 Personen. Deswegen sind vorausschauend mehrere Standorte für die Unterbringung von Geflüchteten zu untersuchen, mit den Nachbarn vorzubereiten und festzulegen.

Im Zusammenhang oder in räumlicher Nähe der Gemeinschaftsunterkünfte wollen wir Ankunftszentren auf- oder auszubauen: Die soziale und kulturelle Integration aller Zuwanderer einschließlich der Geflüchteten ist wichtig. Die Einbindung dieser Ankunftszentren ist eine städtebauliche und stadtentwicklungspolitische Aufgabe. Die Gemeinschaftsunterkünfte dienen dem vorübergehenden Wohnen, die Ankunftszentren sind längerfristig angelegt. Sie übernehmen Funktionen und Angebote, die für die Zugewanderten nicht nur während der (hoffentlich) kurzen Aufenthaltszeit in der Gemeinschaftsunterkunft relevant sind, sondern auch noch in der anschließenden Zeit des eigentlichen Fußfassens in der Stadt. Daher sollten sie zwar sicher aus der Gemeinschaftsunterkunft, aber eben auch von den „normalen“ Wohnorten im Stadtteil bzw. Bezirk aus gut und gern erreichbar sein.

Die Ankunftszentren dienen der Orientierung, Beratung und Versorgung der Zuziehenden. Dabei ist auf die unterschiedlichen Bedürfnisse verschiedener Gruppen und Herkunftsorte Rücksicht zu nehmen. Ziel ist der Weg in die Normalgesellschaft und der Aufbau von privaten und beruflichen Netzwerken. Die einzelnen Einrichtungen verknüpfen daher bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement mit den Bedürfnissen der Zuziehenden. Sie übernehmen dabei vor allem organisatorische Aufgaben, die inhaltlichen sind mit den Beteiligten gemeinsam zu entwickeln. Dabei dienen Partizipationsstrategien vor allem der Befähigung der Zuziehenden zur selbständigen Teilhabe an der Gesellschaft.

Die Idee der Ankunftszentren an verschiedenen Standorten in Pankow wollen wir in den nächsten Wochen und Monaten mit vielen Menschen diskutieren.

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URL:http://gruene-pankow.de/wir/in-pankow/bvv-fraktion/archiv/2014/expand/547756/nc/1/dn/1/