28. August 2012

Weiter Ärger um den Mauerpark

Almuth Tharan (verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung und Grünanlagen)

Im Frühjahr war der Bezirk Mitte nach langem Tauziehen zu einer Position gekommen, die die Fertigstellung des Mauerparks durch Flächen südlich der Gleimstraße sichern sollte. Im Gegenzug sollten auf der Fläche nördlich der Gleimstraße, wo sich zwischen einem Taubenschlag und der S-Bahn verschiedene Werkstätten und Lagerplätze befinden, eine parkverträgliche Anzahl an Wohnungen gebaut werden können. Ein Grünstreifen von 25 Metern zwischen Hauswand und dem schon bestehenden Mauerpark auf Pankower Seite sollte frei bleiben.

Dies war für uns in Pankow kein Grund zum Jubeln, wir hätten uns einen richtig großen Mauerpark gewünscht. Weil uns das Gelände nicht gehört – es befindet sich im Eigentum eines Immobilienentwicklers – und der Bezirk Mitte die Entscheidung über die Bebauung trifft, haben wir die Einigung akzeptiert und gleichzeitig klargemacht, dass wir die Erschließung des Baugebiets über Pankower Gelände verhindern werden.

Was in Mitte danach genau passierte, wissen wir nicht. Ganz kurz vor der Sommerpause wurde bekannt, dass sich das Bezirksamt Mitte mit dem Immobilienentwickler auf eine Bebauung geeinigt hat, die den Interessen des Entwicklers stärker entspricht als dem Kompromiss vom Frühjahr: Es sollen 600 Wohnungen gebaut werden und die Bebauung rückt unmittelbar an die Bezirksgrenze und damit an die bestehende Grünfläche heran.

Von Pankower Seite werden wir alle Möglichkeiten nutzen, um uns in das weitere Verfahren in Mitte einzumischen und "dazwischenzufunken". Die Entscheidung über das Bauvorhaben wird jedoch in Mitte getroffen.

Die Erschließung des Baugebiets von der Pankower Seite, z.B. über die Kopenhagener Straße, wird es nicht geben, da sind sich die Pankower Bezirksverordneten einig. Dies betrifft sowohl die Bauphase wie auch die Zeit danach. Wir haben das Gelände des Kinderbauernhofs schon vor Jahren mit einem Bebauungsplan gesichert.

Überhaupt der Kinderbauernhof: Wir – die grüne Fraktion und die Baustadträtin – damals noch die aus dem Bezirk Prenzlauer Berg – haben uns in den 1990er Jahren aktiv für den Kinderbauernhof im Mauerpark eingesetzt. Viele von uns haben Stifterbriefe verkaufend – das Stück für 25 DM – für die Idee geworben. Insgesamt wurden so 80.000 DM zusammengesammelt, mit denen das Grundstück für den Kinderbauernhof von der damaligen Deutschen Bahn – Nachfolgegesellschaft für das Land Berlin erworben werden konnte. Und das lassen wir uns nicht mehr wegnehmen!

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URL:https://gruene-pankow.de/wir/in-pankow/bvv-fraktion/archiv/2009-2012/expand/418847/nc/1/dn/1/