Moscheen brauchen breite Basis

In Heinersdorf und jetzt auch in Charlottenburg sorgte der Bau einer Moschee für Konflikte. Dass es auch anders geht, zeigt die Yavuz-Sultan-Selim-Moschee in Mannheim. Grund genug für den Abgeordneten Thomas Birk und den grünen Fraktionsvorsitzenden Volker Ratzmann nach Mannheim zu fahren. Wenn Berlin den Muslimen der Stadt auch religiös eine Heimat bieten will, muss es von Mannheim lernen. Wer Weltoffenheit und Toleranz will, muss den Islam in ein Leitbild für Berlin integrieren. Das ist Aufgabe des Senats und vor allem des Regierenden
Bürgermeisters. Und die Moscheerbauer müssen ihrerseits für Offenheit und
Transparenz sorgen.

Die Mannheimer Moschee ist die erste nach dem Krieg gebaute Moschee der
Bundesrepublik. Vor zwölf Jahren errichtet, ist sie eine der größten Moscheen in
Deutschland. Sie ist zu einem wichtigen Faktor im Integrationsprozess für die
Stadt mit einem Migrantenanteil von etwa 20 Prozent geworden. In der Moschee bietet ein evangelischer Pfarrer Kurse an, mit denen man den Jugendleiterschein erwerben kann und vernetzt damit die Jugend der verschiedenen Religionen.

Mehrere Hunderttausend Besucher haben sich die Moschee bereits angesehen.
Führungen werden ebenfalls von dem evangelischen Pfarrer angeboten, der es
versteht, die Bezüge und Gemeinsamkeiten zwischen Islam und Christentum
herzustellen.

Zusammen mit der Moschee entstand das Institut für Deutsch-Türkische
Integrationsstudien und interreligiöse Arbeit e.V. in Mannheim, das den
Moscheebau wissenschaftlich begleitete. Heute bietet es einen Workshop
"Konfliktmanagement beim Moscheebau" an, welches die vielfältigen Erfahrungen von Erbauern und Anwohnern weitergibt. Das Erfolgsrezept von Moschee und Institut ist die soziale Verankerung im Stadtteil und das Engagement von Christen und Muslimen für diese Moschee. Und vor allem die politische Rückendeckung des Mannheimer Oberbürgermeisters. N-OR-FD

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