1. Oktober 2010

20 Jahre Deutsche Einheit: Aufarbeitung darf nicht enden

Ramona Pop und Volker Ratzmann (Fraktionsvorsitzende der bündnisgrünen AGH-Fraktion) sagen zum Tag der Deutschen Einheit:

20 Jahre Deutsche Einheit sind ein Grund zu feiern. Das, was wir gemeinsam erreicht haben, ist eine großartige Leistung der Menschen in Ost und West: Ohne die Bürgerbewegung hätte es keine friedliche Revolution in der DDR gegeben. Ohne die Anstrengung aller wäre der Prozess der Wiedervereinigung nicht geglückt. Neben der positiven Bilanz müssen aber auch Widersprüche und Schwierigkeiten offen angesprochen werden.

Die Frage kritischer Aufarbeitung der jüngeren deutsch-deutschen Geschichte bleibt weiter auf der Tagesordnung. Berlin war die Herrschaftszentrale des SED-Unrechtsregimes, die Stadt war durch die Mauer geteilt und findet nun ihren Platz als Hauptstadt der Bundesrepublik. Das Erbe der SED-Diktatur bleibt in Berlin bis in die heutige Zeit spürbar. Deshalb ist Berlin besonders gefordert.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat sich in der Veranstaltungsreihe "Schön war die Zeit...?! Aufklären statt verklären" am deutlichsten von allen Parteien im Abgeordnetenhaus mit der jüngeren deutsch-deutschen Geschichte auseinandergesetzt und Zeitzeugen und direkt Betroffene ein Forum geboten. Nach wie vor gibt es höchst gegensätzliche Antworten und Positionen zu der Frage nach Alltag und Unrecht in der DDR:

Geschichte wird von Menschen gemacht, unterschiedlich erlebt und durchlitten.

Wir müssen offen mit den Widersprüchen der Geschichte in Ost und West umgehen und daran arbeiten, uns über eine gemeinsame Geschichte, Gegenwart und Zukunft zu verständigen. Der Diskurs über das Unrechtsregime und den Prozess der Wiedervereinigung ist auch ein Diskurs über die Zukunft Berlins und Deutschlands.

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