20. Oktober 2012

Krankenhauskrankheit - Keime wirksam bekämpfen

Heiko Thomas (gesundheitspolitischer Sprecher der bündnisgrünen AGH-Fraktion) sagt zu den aktuellen Vorfällen an der Charité:

Nach dem Tod eines Frühchens gehört das ganze Mitgefühl den Eltern. Auch wenn die Ursache für diesen schrecklichen Vorfall noch nicht endgültig geklärt ist, zeigt das abermals, dass in Krankenhäusern immer noch zu wenig getan wird, um die Ausweitung der Krankenhauskrankheit und damit die Verbreitung von Keimen zu verhindern. Die Entstehung von Keimen lässt sich nicht verhindern, es kommt aber darauf an, wie mit ihnen umgegangen wird.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert deshalb ein strengeres Hygienemanagement in Berliner Krankenhäusern. Die Niederlande oder auch Dänemark sind hier weiter. Das Kostenargument darf hier nicht zählen.

Für eine voreilige Bewertung des jüngsten Falles ist es zu früh. Jetzt muss erst einmal alles getan werden, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Danach wird sich aber auch die Charité fragen lassen müssen, ob etwa das Putzpersonal ausreichend Zeit zur Reinigung zur Verfügung hat oder die entsprechende Qualifikation besitzt. Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens ist an vielen Stellen zu weit gegangen. Der Mensch muss wieder im Mittelpunkt stehen. Dazu gehört auch der Schutz vor Keimen.

Es gibt zu wenig ausgebildete Hygieneärztinnen und -ärtze. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich den gerade neu eingerichteten Weiterbildungsbildungsgang für den öffentlichen Gesundheitsdienst an der Charité.

Außerdem wollen wir mit unserer Initiative mit dem Transparenzgesetz auch eine Regelung für eine regelmäßigen Berichterstattung über die Qualität der Prozesse des Hygienemanagement. Hier wollen wir vergleichbare Berichte über Form, Leistung und Steuerung für die verschiedenen medizinischen Abteilungen erreichen. Das erhöht den Druck auf die Krankenhäuser, alles notwendige zu tun.



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