Fraktions-Newsletter 

2. Juni 2016

Tierschutz in der Stadt

Schutz von Wildtieren in Zirkusbetrieben  

Daniela Billig (Fraktionsvorsitzende)

Viele Haustiere, Nutztiere und Wildtiere leben auch in Pankow. Sie zu schützen und auf ihre Bedürfnisse zu achten, ist unsere Aufgabe als Pankower*innen, als Bündnisgrüne und als Bezirksverordnete. 

Eine Gruppe von Tieren, die immer wieder unter falschen und schlechten Haltungsbedingungen leiden, sind die Zirkustiere. Besonders für wildlebende Tiere wie Affen, Großkatzen, Bären und Elefanten ist es schwierig, die Situation in einem Wanderzirkus erträglich zu gestalten. Die Tiere leiden unter Kälte, Platzmangel und fehlender Beschäftigung. Häufig ist das Futter von minderer Qualität und die tierärztliche Betreuung kann nicht sichergestellt werden. Aber auch für Nutz- und Haustiere wie Ziegen oder Hunde sind die Bedingungen im Zirkus oft schlecht. Die Folgen von Tierhaltung im Zirkus sind immer wieder Verhaltensstörungen und organische Krankheiten. So wurden in den letzten fünf Jahren 144 Verstöße von Zirkusbetrieben gegen tierschutzrechtliche Anordnungen registriert (vgl. Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus von Claudia Hämmerling MdA, Drucksache 17/18087).  

Als erster Schritt müssen die wildlebenden Tiere vor der Haltung in Zirkussen geschützt werden. Das Land Berlin unterstützt zwar den Bundesratsantrag aus Hessen, der sich für ein Verbot der Haltung bestimmter wildlebender Tierarten in Zirkussen einsetzt, doch es fehlt noch die Anweisung des Berliner Senats an die BIM (Immobiliendienstleister für das Land Berlin), dass landeseigene Grundstücke nicht mehr an Zirkusse mit Wildtieren vermietet werden dürfen. In diesem Bereich können auch die Bezirke aktiv werden und ihre Grundstücke nicht mehr dafür zur Verfügung stellen. Spandau und Zehlendorf sind bereits in diese Richtung aktiv geworden. 

In Pankow gastieren Zirkusse nicht auf bezirkseigenen Flächen. Doch manchen Privateigentümer*innen fehlt es gelegentlich an Sensibilität für dieses Thema. Auch wenn wir auf Landes- oder Bezirksebene nicht die Möglichkeit eines Verbots der Haltung von Wildtieren haben, müssen wir unsere Verantwortung für den Tierschutz ernst nehmen und bei den Besitzer*innen zumindest Überzeugungsarbeit leisten. Denn wenn Tiere gequält werden, dann darf das keine Unterhaltung sein. 

zurück

URL:http://gruene-pankow.de/wir/in-berlin/abgeordnetenhaus/ehemalige-abgeordnete/claudia-haemmerling/expand/618432/nc/1/dn/1/