16. März 2014

Scherbenhaufen Tierpark – Senat gibt unsinnige Inzestpraxis zu

Claudia Hämmerling (Sprecherin für Tierschutz der bündnisgrünen Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus) sagt zur Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage zum Tierpark:

Der Senat hat in der Antwort auf eine Kleine Anfrage aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen die Unsinnigkeit der Inzestverpaarung von Tieren im Tierpark zugegeben (Drucksache 17/13169).

Die Inzest-Verpaarungen wurden immer wieder mit der Arterhaltung begründet. Im Falle der Giraffen heißt es jetzt, dass die Verpaarungen nicht der Arterhaltung dienten. Somit ist die hohe Sterblichkeit der so gezüchteten Tiere noch weniger zu akzeptieren. Die Sterblichkeit dieser "just for fun" gezüchteten Giraffen beträgt im Berliner Tierpark 36 Prozent. Sie liegt damit 8 Prozent höher als der Durchschnitt aller Europäischen Zoos.

Inzest ist nach den Grundsätzen des Europäischen Verbandes für Zoo und Aquarien aus gutem Grund verboten: Dadurch schwindet die genetische Vielfalt und die Jungtiere werden krankheitsanfälliger. Unter Zoodirektor Blaskiewitz erfolgte diese tierschutzwidrige Vermehrungspraxis dennoch planmäßig, beispielsweise bei bei Löwen, Tigern und Huftieren. Senat und Bezirksamt haben das geduldet. Sie finanzieren zwar Zoo und Tierpark, haben zur Kontrolle der tierquälerischen Praktiken aber weder Rechtsaufsicht eingeschaltet, noch selber die Fachaufsicht übernommen.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sieht dem Wechsel an der Zoo-Spitze mit großer Hoffnung entgegen. Die abnormen Zuchtpraktiken müssen endlich ein Ende haben und der ruinierte Ruf der Hauptstadtzoos wieder hergestellt werden. Dr. Knierim tritt ein schweres Erbe an. Er wird die Inzest-Giraffenherde bis an ihr biologisches Ende im Tierpark behalten müssen, weil die überlebensfähigen Tiere genetisch wertlos und nicht in seriöse Zoos vermittelbar sind.

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URL:https://gruene-pankow.de/wir/in-berlin/abgeordnetenhaus/ehemalige-abgeordnete/claudia-haemmerling/archiv/expand/512261/nc/1/dn/1/