3. Juli 2010

Licht und lange Schatten bei der Entwicklung von Radspuren

Claudia Hämmerling (verkehrspolitische Sprecherin der bündnisgrünen AGH-Fraktion) sagt zur Entwicklung der Fahrradinfrastruktur seit 2006:

Trotz einiger Lichtblicke bei der Entwicklung der Fahrradinfrastruktur ist Berlin noch weit entfernt davon, eine wirkliche Fahrradstadt zu sein.

Die Straßen Berlins sind insgesamt 5300 Kilometer lang. Auf über 70 Prozent der Strecke (3800 Kilometer) verzichtet der Senat auf Radwege oder Ähnliches, weil dort Tempo 30 für den Autoverkehr gilt. Von den restlichen 1500 Straßenkilometern ohne Geschwindigkeitsbeschränkung berücksichtigen nur 15 Prozent den Radverkehr: Es gibt auf diesen Straßen nur 110 Kilometer benutzungspflichtige Radwege und 125 Kilometer Fahrradstreifen. Diese Summe von 235 Kilometern Fahrradinfrastuktur ist seit 2006 nahezu unverändert. Das hat die Antwort auf eine Kleine Anfrage zum Thema ergeben (Drucksache 16/14462).

Günstiger sieht es bei Radwegen außerhalb von Straßen aus, wie etwa in Grünanlagen und Parks. Hier hat sich die Länge der Radwege von 190 Kilometern im Jahr 2006 auf 400 Kilometer im Jahr 2009 mehr als verdoppelt. Die Möglichkeit, Einbahnstraßen in Gegenrichtung zu benutzen, bestand 2009 auf 250 Kilometern Strecke gegenüber 200 Kilometern im Jahr 2006.

Fazit: Obwohl sich der Anteil des Radverkehrs in Berlin verdoppelt hat, wird er von Rot-Rot nur dann gefördert, wenn die Interessen von AutofahrerInnen nicht tangiert werden. Mehr eigene Verkehrflächen auf der Straße hat ihm Rot-Rot in den letzten Jahren nicht eingeräumt. Das muss sich ändern. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert im Interesse umweltfreundlicher und sicherer Mobilität einen zügigen Ausbau der Infrastuktur für RadfahrerInnen – auch und gerade auf der Straße.

zurück

URL:https://gruene-pankow.de/wir/in-berlin/abgeordnetenhaus/ehemalige-abgeordnete/claudia-haemmerling/archiv/2010/expand/310066/nc/1/dn/1/