2. Juni 2010

Fahrgäste nicht für Missmanagement der BVG bestrafen

Claudia Hämmerling (verkehrspolitische Sprecherin der bündnisgrünen AGH-Fraktion) sagt anlässlich der anstehenden Entscheidung über Tariferhöhungen im Berliner ÖPNV:

Die geplanten Fahrpreiserhöhungen sind nicht gerechtfertigt. Dafür, dass die BVG mit hunderten Millionen Euro Schulden und dem strukturellen Defizit von jährlich 65 Millionen Euro wieder auf einen Schuldenstand von einer Milliarde zusteuert, ist der Senat verantwortlich.

Dass jetzt die Zeche von den Fahrgästen gezahlt werden soll, ist eine Frechheit. Überdies würde von der Preiserhöhung auch die Berliner S-Bahn profitieren, die noch immer mit zu kurzen Zügen unterwegs ist, und dies auch nicht ändern will. Hier würde Schlechtleistung auch noch belohnt.

Insbesondere die geplante Verteuerung des Umwelttickets ist klima- und umweltpolitisch falsch. Im Preisverhältnis der bundesdeutschen Großstädte liegt das Berliner Umweltticket schon jetzt an der Spitze und ist so teuer wie 34,3 Einzelfahrscheine. Zum Vergleich: In Zürich liegen die Kosten für eine Monatskarte nur beim 19,2-fachen und in Düsseldorf beim 26-fachen des Einzelpreises.

Wir fordern den Senat auf, die ÖPNV-Kunden nicht für ihr vorbildliche Verkehrsmittelwahl zu bestrafen und die Stammkunden nicht zu vergraulen.

zurück

URL:https://gruene-pankow.de/wir/in-berlin/abgeordnetenhaus/ehemalige-abgeordnete/claudia-haemmerling/archiv/2010/expand/307979/nc/1/dn/1/