23. Februar 2010

S-Bahnaufklärung ist eine Farce

Claudia Hämmerling (verkehrspolitische Sprecherin der bündnisgrünen AGH-Fraktion) sagt zum Bericht der Deutschen Bahn AG über die Verantwortung für das S-Bahndesaster:

Brutalstmögliche Aufklärung wurde versprochen - präsentiert wurde ein Sammelsurium von Halbwahrheiten. Für dieses Gutachten gilt einmal mehr "Wes` Brot ich ess, des Lied ich sing."

Die von Bahnvorstand Homburg präsentierte Analyse über die Verantwortung für das S-Bahn- chaos ist eine Farce. Kein Wort über seine eigene Verantwortung. Dabei war Homburg die ganze Zeit eng an der Seite des Konzernstrategen Hedderich. Hedderich war Strippenzieher für den Börsengang, hat die restriktiven Sparvorgaben gegenüber der S-Bahn entwickelt und durchgedrückt und den kritisch-kompetenten S-Bahnchef Ruppert gegen willfährige Hand- langer ausgetauscht. Statt zu dieser Verantwortung zu stehen, macht sich Homburg einen schlanken Fuß, schickt ein paar Bauernopfer in die Wüste und genießt weiter seine Manager- privilegien. Das stinkt zum Himmel.

Es sind eben keine konstruktionsbedingten Mängel, wenn S-Bahnen Teile verlieren, qualmen und brennen, wenn Abteile auf der Fahrt verloren gehen, sich Türen während der Fahrt öffnen. Diese permanenten Sicherheitsmängel sind durch den großen Instandhaltungsstau bedingt, weil gespart werden musste, bis es quietscht. Das gilt auch für Radsätze und Bremsen. Diese Verantwortung tragen DB-Manager wie Homburg & Co. mit ihren Sparvorgaben.

Nach außen gibt sich der DB-Bahnvorstand transparent und kompromissbereit. In Wahrheit ist er bis heute nicht bereit, zu seiner Verantwortung zu stehen und den S-Bahnvertrag zu erfüllen. Die S-Bahn soll auf wichtigen Linien bis 2017 mit verkürzten Zügen fahren, wohl wissend, dass der Senat diese Vertragsverletzung wegen des schlechten Vertrages nicht sanktionieren kann.

Mit diesen Nebelkerzen-Bericht haben die Bahnmanager das allerletzte Vertrauen verspielt. Wer sich auf ihre Zuverlässigkeit verlässt, der ist verlassen. Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung personelle Konsequenzen im Management der DB zieht und dafür sorgt, dass die S-Bahn ihren Vertrag gegenüber dem Land Berlin einhält.

Da die S-Bahn nicht bereit ist, den bestehenden Vertrag einzuhalten, sollte selbst dem Rot- Roten Senat dämmern, dass die vollständige Ausschreibung der S-Bahnleistung alternativ- los ist.

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URL:https://gruene-pankow.de/wir/in-berlin/abgeordnetenhaus/ehemalige-abgeordnete/claudia-haemmerling/archiv/2010/expand/294919/nc/1/dn/1/