Di, 23.06.15 19:00 Uhr - "Wie weiter mit dem Fishbowl? - Teil 2" im KNAACK - Raum für Geschmack, Knaackstr. 76

Auf unserem letzten Treffen haben wir in einer anregenden Debatte Themen und Ideen eingekreist, die uns wichtig sind. Längst nicht an eine Ende gelangt, wollen wir an dem sehr angenehmen Ort im Knaack unseren Gedankenaustausch fortführen (Kontakt: matthias.dittmer(at)gmx.de)

Zur Info ein kurzes Protokoll des letzten Treffens und der Link auf das grüne Grundsatzprogramm.


Protokoll  Monthly Fishbowl vom Dienstag, den 26.5.2015

anwesend: Angelika, Alkena, Anne-Silvie, Verena, Frank, Jan, Matthias, Paul, Peter, Stefan, Steff

Nach einer Vorstellungsrunde stellten wir in einem Brainstorming fest, dass es einer grünen Partei in der Parteienlandschaft bedarf, die sich visionär und in die Zukunft denkend sowohl mit den Grenzen des Wachstums, mit Nachhaltigkeit in der Wirtschaft, neuen Formen der Demokratie und einer Perspektive für sozial Schwächere beschäftigt. Wenn das Bruttosozialprodukt keine Maßeinheit für Wohlergehen ist, sollte einerseits über einen adäquaten Lebensstil nachgedacht und andererseits ethische Grenzen für wissenschaftlichen Fortschritt diskutiert werden.

Der Umgang mit Macht sollte sich an den Umsetzungsmöglichkeiten orientieren und sich nicht opportunistisch an vermeintlichem Mainstream orientieren, was eine generelle Schwäche der bestehenden Parteien ist und die Grünen längst einschließt.

Unsere Kritik am Erscheinungsbild der Grünen bezog sich auf strukturelle Erstarrungen, mangelnde Vorausschau in den politischen Positionen und eine festgestellte Angst vor klaren und eindeutigen Festlegungen in politischen Fragen. Den mangelnden Mut, Positionen radikal vorzutragen, sehen wir verursacht durch einen stark verbreiteten Karrierismus der Akteure („das zu behaupten, könnte meinem Fortkommen schaden“ und die Sortierung politischer Gedanken nach veralteten Strömungsmustern. Radikale Positionen heißt dabei nicht extreme, sondern an die Ursachen bzw. Wurzel gerichtete Antworten.

Anbei ein paar Nennungen weiterer Themen, die uns wichtig sind:

  • Umgang mit Massentierhaltung
  • kein Export von Waffen in Nicht-Nato-Staaten
  • Entsolidarisierung der Gesellschaft
  • Ermöglichung von Landflucht für Städter
  • die Grenzen des Wachstums
  • weg vom Autoverkehr zugunsten ÖV und Fahrradverkehr
  • nachhaltige Alternativen zur Finanzwirtschaft
  • Überwindung postdemokratischer Strukturen
  • die Friedensfrage und der Menscherechtsbellizismus


In der Folge wurde das Für und Wider einer Organisationform wie einer Ortsgruppe diskutiert und Möglichkeiten politischen Handelns erruiert. Wollen wir Schwerpunkte in weltpolitischen Themen setzen und wie setzen wir sie um? Gibt es lokalpolitische Themen, die wir aufgreifen möchten? Wollen wir versuchen innerhalb der Grünen Entwicklungen anzustoßen und/oder zu beeinflussen?

Dazu bräuchte es Fantasie, ein unkonventionelles Vorgehen und gelegentlich vielleicht auch ein subversives Potential. Schwarz-Grün ist für uns kein Schreckgespenst, sondern eine von mehreren Möglichkeiten, politische Fortschritte zu erreichen. Politik muss Spaß machen. Ob als Zentrum für politische Schönheit, Petra-Kelly-Gedächtnis-Kreis oder als Kreisverband Oberkassel, unsere Organisationsform könnte schon eine politische Aussage sein.

Hier erreichte unsere Debatte Witz und Humor und wir beschlossen, genau an diesem Punkt das nächste mal fortzufahren.



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URL:https://gruene-pankow.de/termine/archiv/2015/expand/571809/nc/1/dn/1/