Medien-Echo: Zeit Online 

12. März 2017

Canan Bayram

Die neue Ströbele

Canan Bayram übernimmt in Berlin den Wahlkreis von Hans-Christian Ströbele, dem Kreuzberger Dauerkandidaten der Grünen. Kann sie das einzige grüne Direktmandat halten?

Noch bis vor Kurzem war es so: Wer Canan Bayram in Berlin treffen wollte, fand sie meist da, wo der Senat sie nicht haben wollte. In einem Flüchtlingscamp oder einem besetzten Haus. Frank Henkel, Berlins CDU-Innensenator, wollte 2013 den Kreuzberger Oranienplatz räumen, Bayram stand im Weg. Im Jahr 2014 wollte er die von Flüchtlingen besetzte Schule in der Ohlauer Straße räumen. Bayram war da. Und auch in der Rigaer Straße, wo Autonome seit Jahrzehnten ein Haus besetzen, wollte Henkel aufräumen. Und wieder stand er Bayram gegenüber. Canan Bayram ist keine Aktivistin, sie kettet sich nicht an Zäune, hält keine Schilder in die Luft. Sie ist Anwältin und Grünen-Abgeordnete im Berliner Landesparlament. Sie kämpft mit Papier, mit Klagen und Gesetzesvorschlägen. Der Innensenator, so etwas wie Bayrams Endgegner, ist jetzt weg. Zurück in der Opposition. Für Bayram heißt das: Sie kann ins nächste Level. Und das ist der Bundestag. Bayram ist seit Samstag Direktkandidatin für den Bundestagswahlkreis 83, Friedrichshain-Kreuzberg, Eigenwerbung: "Achtung, Sie betreten nun den links-grün-versifften Sektor".

In keinem der 299 deutschen Wahlkreise weicht das Wählverhalten so sehr vom Durchschnitt ab. Linke und Grüne auf je fast 30 Prozent, die CDU meist gerade noch zweistellig. Deutschlandweit das einzig grüne Direktmandat. Unübliche Wähler, unübliche Vertreter. Besser gesagt, genau ein Vertreter. Seit 16 Jahren gewinnt hier nämlich ein und derselbe, teilweise mit mehr als 40 Prozent der Stimmen: Hans-Christian Ströbele.

Diesmal aber tritt er nicht mehr an. Und das wirft die Frage auf: Kann Bayram das Direktmandat halten?

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