26. November 2012

Kommission darf keine Alibi-Veranstaltung sein - Charité dringend reformbedürftig

Heiko Thomas und Marianne Burkert-Eulitz (gesundheitspolitischer Sprecher / kinder- und jugendpolitische Sprecherin der bündnisgrünen AGH-Fraktion) sagen zur Einsetzung einer Kommission in der Charité:

Die von Senatorin Scheeres eingesetzte Expertenkommission ist richtig. Die ersten Äußerungen etwa von Brigitte Zypries lassen aber aufhorchen. Es geht nicht nur um die Aufarbeitung des Einzelfalles und einen neuen Pressesprecher für die Charité. Wir erwarten Vorschläge für eine bessere interne Kommunikation innerhalb der Charité. Wo hat die interne Struktur versagt? Wer muss wem, wann und was mitteilen?

Die jahrelange Debatte und die politischen und rechtlichen Veränderungen im Bereich des sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen in Jugendhilfeeinrichtungen und Bildungseinrichtungen scheinen vor allem an den medizinischen Einrichtungen dieser Stadt ohne Folgen vorbei gegangen zu sein. Es gilt die Risikofaktoren zu ermitteln und unabhängig von den aktuellen Ereignissen abzubauen. Die Aufklärung des aktuellen Falles kann dabei nur ein Anfang sein.

Wir fordern eine breite Debatte, Aufklärung und den Aufbau eines Schutzsystems. Die medizinischen und sozialen Organisationen müssen sich damit auseinander setzen, was die sexuelle Gewalt ausgeübt durch einen Einzelnen mit ihnen zu tun hat. Die Auseinandersetzung mit den Themen muss immer wieder aufs Neue erfolgen. Die Schutzkonzepte müssen regelmäßig überprüft und überarbeitet werden. Alle Einrichtungen brauchen Beschwerde- und Aufdeckungswege für die Betroffenen, Angehörigen und MitarbeiterInnen.

Wir fordern sowohl Frau Scheeres als auch Herrn Czaja auf, diese breite Debatte in allen Berliner Krankenhäusern und anderen medizinischen Einrichtungen mit zu betreiben.

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URL:https://gruene-pankow.de/presse/archiv/2012/expand/436319/nc/1/dn/1/