25. Mai 2011

Hauptbahnhof darf kein Edelstein mit Billigfassung bleiben

Claudia Hämmerling (verkehrspolitische Sprecherin der bündnisgrünen AGH-Fraktion) sagt zum fünften Jubiläum der Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs am 26. Mai 2011:

Berlin hat einen der schönsten Bahnhöfe der Welt bekommen. Aber die Anbindung dieses Bahnhofs ist leider nur Provinzstandard, weil die Verkehrserschließung mit dem Umweltverbund bei Rot-Rot keine Priorität hat.

Schlechte Verkehrsplanung sorgt tagtäglich für Konflikte zwischen allen beteiligten VerkehrsteilnehmerInnen. Fahrgäste müssen zwei Ampelphasen warten und einen Taxistand mit Vorfahrt überqueren, bis sie am Ziel sind. Die Bushaltestellen wurden auf den Radwegen errichtet und die Fahrradabstellanlagen wurden zunächst schlicht vergessen. Die Pkw-Parkplätze sind kaum zu finden.

Die versprochene Straßenbahnanbindung verschleppt der Senat seit mehr als acht Jahren und setzt statt dessen auf teure Großprojekte. Aber auch dass sich die U-Bahn-Anbindung mit der U55 zum Mehrgenerationenprojekt entwickelt hat, hält den Senat nicht von weiteren unsinnigen Großprojekten wie der Nord-Süd-Erschließung mit neuen S-Bahn-Tunneln für die S-Bahn-Linie 21 ab.

Die gesamte Verkehrserschließung gehört auf den Prüfstand. Wir fordern den Verzicht auf die S21-Großbaustelle. 320 Millionen Euro soll das Langzeit-Großprojekt verschlingen. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts dauert bis 2017 und erfordert riesige Baugruben am Bahnhof mit Einschränkungen für Taxis, Busse und FußgängerInnen. Der Hauptbahnhof kann und soll unverzüglich im 20-Minutentakt durch Regionalbahnen in Nord-Süd-Richtung erschlossen werden. Mit den eingesparten Millionen können Netzlücken ergänzt werden.

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