27. Oktober 2010

S-Bahn-Neubau der Berliner S21 blockiert den Hauptbahnhof über Jahre

Claudia Hämmerling (verkehrspolitische Sprecherin der bündnisgrünen AGH-Fraktion) sagt zu der riesigen Baustelle für die S-Bahn-Linie 21 am Berliner Hauptbahnhof:

Nur bruchstückhaft hat der Senat über die Auswirkungen des geplanten S-Bahn-Baus für die Linie S21 informiert, die zunächst den Hauptbahnhof mit dem nördlichen Ring verbinden soll. Hierfür soll das Hauptbahnhofsareal für sechs Jahre zur Großbaustelle mit riesigen Baugruben werden. Das würde die Erreichbarkeit für Fahrgäste über sechs Jahre stark einschränken. Dass die bestehende Taxivorfahrt für 18 Monate abgeschafft werden muss, gab der Senat bereits zu. Wie die anderen öffentlichen Verkehrsmittel den Hauptbahnhof erreichen sollen, ist noch unbekannt.

Die S21 ist ein typisches Großprojekt, das auf die Bedürfnisse der Bevölkerung keine Rücksicht nimmt. Das eigentliche Ziel, eine S-Bahn-Verbindung von Gesundbrunnen über den Hauptbahnhof, den Potsdamer Platz zum Südkreuz zu schaffen, steht in den Sternen. Risiken und Nebenwirkungen werden erst nach der Bauentscheidung erkennbar. Kostentransparenz für das Gesamtprojekt gibt es nicht. Die Stadtlandschaft wird für viele Jahre verwüstet, der Hauptbahnhof ist für Fahrgäste nur eingeschränkt erreichbar. Die Berliner S21 muss sofort gestoppt werden.

Zurzeit gibt es am Hauptbahnhof vier Tunnelröhren für die Bahn, die nur zu 20 Prozent ausgelastet sind. Bahnverkehr im S-Bahn-Takt ist ohne Zusatzinvestitionen zwischen Südkreuz und Gesundbrunnen sofort möglich. Es gab ihn bereits zur Fußball-WM. Wenn jetzt hunderte Millionen für weitere Bahntunnel ausgegeben werden sollen, obwohl andernorts das Geld für die Instandhaltung fehlt, ist das verantwortungslos. Der Berliner Senat muss endlich aus den leidvollen Erfahrungen mit anderen Großprojekten wie z.B. der U55 lernen.

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