26. Januar 2010

Kopf an für alltagstauglichen Rad- und Fußverkehr!

Claudia Hämmerling (verkehrspolitische Sprecherin der bündnisgrünen AGH-Fraktion) sagt anlässlich der Tagung "Kopf an: Motor aus. Für null CO2 auf Kurzstrecken" in Berlin:

Der Senat hat ein zentrales Berliner Verkehrsproblem erkannt, wird es durch Eintagsfliegen aber nicht lösen. Mehr Rad- und Fußverkehr ist ein klares Muss. Aber die Bedingungen dafür sind in Berlin nicht alltagstauglich - und demzufolge für viele inakzeptabel.

Berlin hat zwar einen hohen Radverkehrsanteil. Dass der Senat seit einigen Jahren neue Fahrradtrassen ausweist, Beschilderungen anbringt, ist sehr sinnvoll. Das alles reicht aber nicht aus.

So lange RadfahrerInnen und FußgängerInnen regelmäßig an Baustellen und durch Ampelschaltungen diskriminiert werden oder im Altschnee versinken, fehlt die echte Alltagstauglichkeit.

Das Motto muss heißen: "Kopf an - alltagstaugliche Verkehrsbedingungen für Rad- und Fußverkehr schaffen". Es ist höchste Zeit für ein Umsteuern der Berliner Verkehrslenkung. Rad- und Fußgängerverkehr müssen bevorzugt werden, um Anreize zu schaffen. Der Straßenverkehr hat den größten Anteil an den verkehrsbedingten Klimagasemissionen. Statt sie von 2000 bis 2015 um 25 Prozent zu senken, steigen sie um ca. zehn Prozent an. Die Differenz von Ist zu Soll von 35 Prozent ist klimapolitisches Totalversagen.

Der Senat muss sich endlich von seinen millionenschweren Straßenausbauprogrammen in der Stadt und dem Weiterbau der A100 verabschieden und den Schwerpunkt auf die Instandhaltung, die Verkehrssicherheit und die Alltagstauglichkeit der vorhandenen Straßen für den Rad- und Fußverkehr lenken.

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URL:http://gruene-pankow.de/presse/archiv/2010/expand/291375/nc/1/dn/1/