24. Juli 2009

Langer Atem für den Mauerpark!

Andreas Otto (bau- und wohnungspolitischer Sprecher der bündnisgrünen AGH-Fraktion und Kreisvorstand)

Das 20. Jahr nach dem Fall der Berliner Mauer voller Erinnerung und Gedenken geht vorbei, ohne das der Berliner Mauerpark der Fertigstellung näher gerückt ist. Anfang der 90er Jahre hatte es so hoffnungsvoll begonnen. Ost und West, Prenzlauer Berg und Wedding sollten sich begegnen, durch einen großen Park zusammenwachsen. Das Konzept des Landschaftsarchitekten Gustav Lange umfasst 14 Hektar Grünraum beiderseits des ehemaligen Todesstreifens.

Bis heute sind nur acht Hektar auf Pankower Gebiet realisiert. Von der Weddinger Seite ist die Fläche faktisch nicht zugänglich. Der Senat hat das Verfahren an den Baustadtrat von Mitte übergeben, der zwei Jahre mit der Vivico (als Grundstückseigentümerin) verhandelt hat, um einen städtebaulichen Vertrag zu erreichen. Doch diese Bemühungen sind gescheitert. Die jüngsten Vivico-Planungen enthielten einen nahezu kompletten Gebäuderiegel von der Bahntrasse im Norden vorbei am Gleimtunnel bis zur Bernauer Straße. Von Gustav Langes Parkentwurf nichts mehr zu sehen. Dafür umso mehr programmierte Nutzungskonflikte zwischen intensivem Wohnungsbau und einem stark kulturell geprägten Park.

Die bündnisgrüne Position bleibt:

Berlin braucht den ganzen Mauerpark:

  1. Für das Zusammenwachsen der Stadt über den Grenz- und ehemaligen Todesstreifen hinweg.
  2. Für weitere Erholungsflächen, nicht nur für Wedding und Prenzlauer Berg.
  3. Für die Sicherung einer innerstädtischen Frischluftschneise im Hinblick auf die kommende Erwärmung durch den Klimawandel in der Stadt.

Auf einem Treffen des Baustadtrates von Mitte mit Bezirksverordneten und Bürgern im Brunnenviertel wurde am 23. Juli sehr deutlich, dass diese Forderungen von vielen geteilt werden. Der Senat muss aus der Reserve kommen, wenn in dieser Legislatur das Koalitionsversprechen, den Mauerpark auf den Weg zu bringen, noch eingelöst werden soll. Eine konkrete Grünplanung und die Klärung der Finanzen sind überfällig.

zurück

URL:https://gruene-pankow.de/presse/archiv/2009/expand/235836/nc/1/dn/1/