Medien-Echo 

24. Mai 2016

Pilotprojekt

Diese Berliner Schulen sollen schnell gebaut werden

Bildungssenatorin Scheeres legt Modellprojekt vor. Die Grünen fordern generelles Umsteuern und orientieren sich an Hamburg

Berlin braucht deutlich mehr Schulplätze als bisher angenommen. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) sagte am Montag: "Innerhalb der nächsten neun Jahre wächst die Zahl der Schüler um rund 25 Prozent." Starker Zuzug nach Berlin sei der Grund. Das bedeute, dass allein an den allgemeinbildenden Schulen in den kommenden acht Jahren etwa 75.000 zusätzliche Schulplätze gebraucht würden.

Hier soll gebaut werden: (...)

  • Pankow: Jeannre-Barez-Schule (Erweiterung), Tesla-Gemeinschaftsschule (Neubau Sporthalle) (...)

Scheeres will den Schulneubau nun beschleunigen, um schnell mehr Schulplätze zu schaffen. (...) Eine Task Force soll dafür sorgen, dass die Planung schneller geht, Bauteams sollen alle Beteiligten an einen Tisch bringen, um die für den Bau notwendigen Schritte abzustimmen. Dies könnte dazu führen, dass die Schulbauten in vier statt wie bisher in acht Jahren errichtet werden könnten, sagte Scheeres.

Grüne halten Verwaltungsreform für notwendig
Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen, Stefanie Remlinger, bezweifelt allerdings, dass sich durch das von der Senatorin vorgeschlagene Modell eine echte Beschleunigung des Schulbaus erreichen lässt. "Derzeit dauert ein Neubau neun Jahre. Selbst wenn es zwei Jahre schneller gehen sollte, ist das immer noch viel zu lange", sagte Stefanie Remlinger der Berliner Morgenpost.

Die genannten Modellschulen seien zudem schon in der Investitionsplanung des Landes enthalten. Häufig sei es aber vor allem die Planungsphase davor, die Jahre dauert. Und dann müsse geklärt werden, wer das Kostenrisiko trage, wenn die Bauten doch teurer als geplant werden.

Die Grünen schlagen stattdessen eine Verwaltungsreform vor, angelehnt an das Hamburger Modell. Demnach sollen die Schulbauten in regionale Landesbetriebe übertragen werden, die dann mit eigenem Kapital wirtschaften können. In Hamburg dauert ein Schulbau nur zwei bis drei Jahre. "Eine solche Beschleunigung ist im bestehenden System unmöglich", sagte Remlinger.

Hamburg hatte 2010 den Landesbetrieb Schulbau gegründet
Die Grünen, aber auch die Linken im Abgeordnetenhaus favorisieren den Weg, den Hamburg eingeschlagen hat. Hamburg hatte 2010 den Landesbetrieb Schulbau gegründet. Grund: Die Bewirtschaftung der Gebäude war von der Schulbehörde über Jahre vernachlässigt worden, der Sanierungsstau lag bei 2,5 Milliarden Euro. Der neue Landesbetrieb funktioniert unabhängig von der jährlichen Haushaltsplanung. Die Schulgebäude gingen als Sondervermögen in den Betrieb ein. GF-TP

Zum kompletten Artikel in der Berliner Morgenpost

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