Statement des Kreisvorstands 

28. Juni 2020

Verkehrswende für Pankow

Jetzt erst recht!

Die letzten Wochen und Monate waren geprägt von Veränderungen, auch in der Verkehrswende. Bei uns im Kreisverband Pankow haben sich viele von Euch für eine schnellere Umsetzung der verkehrlichen Maßnahmen des Bezirksamtes als Reaktion auf die Corona-Pandemie stark gemacht. Wir haben als Vorstand in vielen Runden und Gesprächen sowohl die Wünsche an die verantwortlichen Stellen weitergegeben, als auch die vorhandenen Möglichkeiten ausgelotet.

Der Radverkehrsanteil im Berliner Verkehr ist in den letzten Jahren stetig gewachsen; in der gegenwärtigen Corona-Pandemie sind noch einmal mehr Menschen aufs Rad umgestiegen.

Daher freuen wir uns sehr, dass auf der wichtigen Verbindung vom Mauerpark bis zum Frankfurter Tor inzwischen durchgängig ein Fahrstreifen für Radfahrende eingerichtet ist. Mit Hilfe von Baustellenmarkierungen legte das Bezirksamt einen sogenannten Pop-up-Radweg an und schloss damit die letzte Radweglücke auf der Danziger Straße.

Die Schönhauser Allee ist eine wichtige Verbindungsachse zwischen Pankow und dem Berliner Zentrum. Wir möchten zusätzliche Konflikte und Benachteiligungen innerhalb des Umweltverbunds aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr vermeiden und sehen das tägliche Gedränge auf den schmalen und übervollen Radwegen.

Daher sind wir seit dem vergangenen Jahr zusammen mit der Bezirksfraktion und unserem Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn im Gespräch mit der Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr (SenUVK). Die von der Zivilgesellschaft in Form der Pankower Critical Mass und uns geforderten schnellen temporären Maßnahme auf der täglich von vielen Radfahrer*innen genutzten Schönhauser Allee wurden leider von SenUVK abgelehnt. Die aktuellen Planungen für die von Verkehrs-Staatssekretär Ingmar Streese im März angekündigte Protected Bikelane auf der Schönhauser Allee seien anders als in anderen Bezirken noch nicht weit genug vorangeschritten und die Situation mit Lieferzonen und Tramverkehr zu komplex für einen Pop-Up-Radweg. Daher setzen wir uns jetzt erst recht für eine schnelle Umsetzung der bereits begonnenen Planungen zur dauerhaften Umgestaltung der Schönhauser Allee ein.

Radverkehr findet aber nicht nur entlang der Hauptstraßen statt. Viele Menschen ziehen es vor, in ruhigen Nebenstraßen zu radeln. Deshalb bauen wir ein echtes Fahrradstraßennetz für Pankow auf. Der Umbau der bereits viel beradelten Ossietzkystraße im Zentrum Alt-Pankows ist so gut wie fertig und die Fahrradstraße ausgeschildert. Am 7. Juli um 16 Uhr wird sie offiziell eröffnet, kommt gerne vorbei. Die Planungen für die Stargarder Straße im Prenzlauer Berg und die Bizetstraße in Weißensee sind ebenfalls abgeschlossen und auch hier beginnt bald der Umbau. Damit werden wir dieses Jahr bereits drei neue Fahrradstraßen gemeinsam eröffnen, auf die im nächsten Jahr vier weitere folgen. Insgesamt entstehen so bis 2023 zwanzig Fahrradstraßen in Pankow.

Anfang des Jahres haben Aktive aus der AG Verkehr in zwei Workshops mit über 70 Anwohner*innen Entwürfe für Kiezblocks in Pankow entwickelt, als Konzepte zur Verkehrsberuhigung von Wohngebieten. Aktuell prüft und priorisiert das Bezirksamt diese Entwürfe. Schon in diesem und im kommenden Jahr sollen in drei Kiezen/Quartieren solche verkehrsberuhigenden Maßnahmen umgesetzt werden.

Straßen können aber auch ganz anders genutzt werden: Nach vielen Jahren des Rechtsstreits um die erste temporäre Spielstraße im Humann-Kiez können nun endlich Kinder einmal im Monat ungefährdet auf der Gudvanger Straße spielen, Nachbar*innen die Straße in dieser Zeit als Treffpunkt und Begegnungszone nutzen. Auch in der Templiner Straße am Teuteburger Platz werden ab Juli wöchentlich Kinder spielend den Straßenraum erobern.

Inspiriert davon, engagieren sich mehr und mehr Bürger*innen-Initiativen in den dichtbebauten Quartieren mehr Platz für spielende Kinder und Begegnungsräume für die Kiezbewohner*innen zu schaffen. Am letzten Sonntag gab es eine Spielstraßendemo in der Jacobsohnstraße in Weißensee und im August wird eine weitere in der Bötzowstraße folgen. Dies unterstützen wir, wo wir können und hoffen auf viele Nachahmer*innen.

Auch wenn sehr viele Menschen mit der momentanen Verkehrssituation im Bezirk nicht zufrieden sind, gibt es zugleich auch diejenigen, die Veränderungen skeptisch gegenüber stehen. Mit dem Projekt Stadtraum2030 überzeugt unsere Bezirksfraktion mit einer positiven Vision eines lebenswerten Pankows mit lebendigen grünen Kiezen und einer nachhaltigen Verkehrswende.

Wir bleiben in Pankow gemeinsam am Ball und setzen uns für eine nachhaltige, zügige und akzeptierte Verkehrswende in Pankow und Berlin ein.

Euer Kreisvorstand von Bündnis 90/Die Grünen Pankow
Helene, Jens, Julia, Hans, Constanze, Jan und Silke

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