Medien-Echo: Prenzlberger Stimme 

13. Februar 2018

Quartier Rangierbahnhof endlich entwickeln

Pankow braucht Wohnungen

Ein Gastartikel von ANDREAS OTTO

Seit vielen Jahren fragen sich die Menschen in Pankow City, wieso auf dem ehemaligen Rangierbahnhof Pankow nichts passiert. Die Fläche könnte ein lebendiges Quartier werden, mit Wohnungen, Arbeitsplätzen, Bildungsorten, Einkaufsmöglichkeiten, Sportflächen, Kultureinrichtungen, Grünflächen – einfach gut gemischt.

Nachdem die Fläche von der Deutschen Bahn aufgegeben und über die Immobilientochter Aurelis vergeblich dem Land Berlin zum Kauf angeboten worden war, griff vor knapp zehn Jahren Möbelunternehmer Kurt Krieger zu. Für einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag erwarb er 40 Hektar Grundstück in guter und vor allem verkehrsgünstiger Lage. Während für seine Planungen besonders die Autobahn attraktiv ist, könnte ein Wohngebiet insbesondere von der guten Bahnanbindung zwischen den S-Bahnhöfen Pankow und Heinersdorf profitieren.

Mindestens 3.000 Wohnungen möglich
Der Krieger-Plan besteht darin, wie an vielen Orten in Deutschland, Möbelhäuser und eine Shopping-Mall auf das Grundstück zu bauen. Mit diesem Modell ist seine Firma groß und er reich geworden. Insofern hat das Modell eine innere Logik.

Allerdings nur für Kurt Krieger.

Für den Bezirk Pankow stellt sich die Sache ganz anders dar: Hier werden Wohnungen gebraucht, Arbeitsplätze, auch Läden zum Einkaufen und vieles andere mehr. Aber als lebendiges Quartier, mit Wohnhäusern, die im Erdgeschoss Geschäfte und Kneipen haben, mit Gewerbeflächen für kleine Betriebe, die aus den Altbaugebieten gerade verdrängt werden, mit Schulen, Sportflächen, Kultur und allem was dazu gehört.

So ein Quartier kann man mit dem Eigentümer entwickeln oder im Notfall auch ohne ihn. Nach Senatsberechnungen passen auf die Fläche mindestens dreitausend Wohnungen. Wenn ein Teil der Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen reserviert wird, ist das auch ein soziales Projekt.

Hin zum Pankow-Plan
Berlin geht es finanziell etwas besser als vor zehn Jahren. Der Senat will für die wachsende Stadt strategisch Flächen ankaufen, um Sozialwohnungen und Infrastruktur zu errichten. Der alte Rangierbahnhof kann so eine Fläche sein.

Planungsrechtlich handelt es sich nach wie vor um eine Bahnfläche. Mit förmlichen Bebauungsplänen könnte Baurecht geschaffen werden. Damit ist nicht zuletzt eine Vervielfachung des Grundstückswertes verbunden. Dieser Gewinn kann der Firma Krieger zufallen oder zumindest teilweise der öffentlichen Hand.

Bis heute gibt es zwischen dem Land Berlin und Kurt Krieger keine Einigung über die weitere Entwicklung, über eine möglichst große Zahl von Wohnungen, über ein Verkehrskonzept und ein gemischtes Quartier. Deshalb wollen Bündnis 90/Die Grünen jetzt eine Richtungsänderung: Wir wollen ein lebendiges Quartier anstatt einer Shopping-Mall nebst Möbelhäusern. Wir wollen weg vom Krieger-Plan und hin zum Pankow-Plan. Weil sich unser Bezirk verändert hat und die Bedürfnisse andere sind als vor zehn Jahren.

Zum kompletten Artikel in der Prenzlberger Stimme

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URL:https://gruene-pankow.de/lokales/archiv/2018/expand/673574/nc/1/dn/1/