Dennis Probst, 07.05.1974 in Osterode/Harz geboren

Listenplatz 16

Liebe WählerInnen, liebe Freundinnen und Freunde

Die Menschen vor Ort kennen die Probleme am besten und sind am meisten engagiert, wenn es um die Lösung dieser Probleme geht. Es kommt darauf an, dieses Potential zu nutzen und zu aktivieren. Lokale Wirtschaftspolitik muss, insbesondere vor diesem Hintergrund und der massiven Abwanderung traditioneller Branchen, die bestehenden Strukturen gezielt weiterentwickeln und fördern, Existenzgründungen erleichtern sowie wettbewerbsfähige Kompetenznetzwerke herausbilden.

Seit 1990 befindet sich die Berliner Wirtschaftsstruktur in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Insbesondere im Bereich des traditionellen produzierenden Gewerbes, der Industrie, wurden massiv Arbeitsplätze abgebaut, ganze Branchen haben sich aus der Metropolregion Berlin-Brandenburg zurückgezogen. Im Rahmen der Enquete-Kommission "Eine Zukunft für Berlin" wurden vorhandene Standortpotentiale, wie z. B. die Wissenschaftslandschaft, die kulturelle Vielfalt, die Hauptstadtfunktion, identifiziert und als ökonomische Zukunftsfelder der Stadt die Gesundheitswirtschaft, Kommunikations-, Medien- und Kulturwirtschaft bestimmt. Diese vermeintlichen Wachstumspotentiale konnten den Verlust an Arbeitsplätzen indes nicht ausgleichen. Die gebetsmühlenartige ständige Wiederholung der Bedeutung dieser "Wachstumskerne" reicht indes nicht aus. Gerade im Bereich der Wirtschaftsförderung steckt Berlin hinsichtlich einer Anpassung ebendieser an die neuen Herausforderungen noch in den Kinderschuhen. Zugleich ist dies aber auch eine Chance, den Strukturwandel der Berliner Wirtschaft sozial, ökologisch und zukunftsfähig zu gestalten. D. h.: Ökologische, sozio-ökonomische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit bilden die Basis des Handlungsrahmens für die Wirtschaftspolitik (Soziale Ökonomie, Materialeffizienz, ...). Die aus der Polyzentralität Berlins resultierenden unterschiedlichen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen der einzelnen Stadtbezirke erfordern zugleich eine hieran ausgerichtete lokale Wirtschaftspolitik, in der auch die Bürgerinnen und Bürger sowie andere Interessengruppen stärker miteingebunden werden. Die Menschen vor Ort kennen die Probleme am besten und sind am meisten engagiert, wenn es um die Lösung dieser Probleme geht. Es kommt darauf an, dieses Potential zu nutzen und zu aktivieren. Lokale Wirtschaftspolitik muss, insbesondere vor diesem Hintergrund und der massiven Abwanderung traditioneller Branchen, die bestehenden Strukturen gezielt weiterentwickeln und fördern, Existenzgründungen erleichtern sowie wettbewerbsfähige Kompetenznetzwerke herausbilden. Die Kleinteiligkeit der Berliner Wirtschaft (wenige Großunternehmen, viele kleine und mittelständige Betriebsgrößen) spiegelt sich auch in unserem Bezirk wieder. Neben dem Einzelhandel und der Gastronomie ist es vor Allem die Kreativ- und Kulturwirtschaft, welche die Wirtschaftsstruktur Pankows bestimmt. Insbesondere der Stadtteil Prenzlauer Berg ist für kreative Menschen und Berlin-Besucherinnen ein Magnet. Zudem hat sich im Norden Pankows (Buch) im Bereich der Gesundheitswirtschaft einer der führenden Standorte Deutschlands herausgebildet, um nur einige Kompetenzfelder zu nennen. Die für Investitionen zur Verfügung stehenden Mittel müssen zielgerichtet für die Förderung dieser wachstumsträchtigen Potentiale eingesetzt werden. Jedoch sollte nicht vergessen werden, dass zur Zukunftsfähigkeit einer Region eine ausgewogenen Wirtschaftsstruktur gehört. Die Unternehmen des produzierenden Gewerbes und des Handwerks müssen gestärkt, Neue hinzugewonnen werden. Auch um den Sektor unternehmensnahe Dienstleistungen zu stärken.
Ihr/Euer Dennis Probst

Einige Vorhaben/Forderungen/Ideen für die Wirtschaftspolitik im Bezirk

Kultur- und Kreativwirtschaft

Paradigmenwechsel in der Wirtschaftsförderung: Anpassung der Wirtschaftsförderung an die tatsächlichen strukturellen Gegebenheiten des Bezirks. Beseitigung der Ungleichstellung der Kreativwirtschaft. Kunst und Kultur sind heute keine Spezifika regionaler Wirtschaftsmärkte. Im Gegenteil: Es handelt sich hierbei oft um überregionale, internationale Güter, deren Vermarktung internationale Kommunikations- und Distributionsstrukturen benötigen. Eine an der Kreativwirtschaft orientierte Förderweise muss auch dies berücksichtigen.

Konzepte für die Zwischennutzung von Atelier- und Gewerberäumen müssen erstellt werden. Hierzu muss eine zentrale Anlaufstelle geschaffen werden, welche die Märkte der privaten Anbieter und öffentlicher Liegenschaften zusammenführt, auch unter dem Aspekt Transparenz herzustellen (Nach wie vor nimmt der Bezirk das Angebot des Liegenschaftsfonds nicht wahr, Immobilien, die zur Zwischennutzung verfügbar sind, über deren Internet-Plattform anzubieten).

Notwendig: Aufklärungsarbeit bei Behörden, Wohnungsbaugesellschaften, Kreditinstituten, etc. über die Bedeutung der Kreativwirtschaft und die Situation der Selbständigen. Letztendlich auch mit dem Ziel, den Zugang zu (privatem) Fremdkapital zu erleichtern.

Modernisierung des Staatssektors

Effizienz und Umfang bürokratischer Erfordernisse müssen auf den Prüfstand. Entgegen dem heutigen Negativbild muss Pankows Verwaltung zum positiven Standortfaktor werden. Effizientes Verwaltungshandeln ist zugleich auch ein Wettbewerbsvorteil.

Weiteres

Des Weiteren möchte ich mich dafür stark machen, dass das Thema Materialeffizienz in die Pankower Wirtschaftsverbände und in der Branche der Existenzgründungsberatung hineintragen. Materialeffizienz ist dabei nicht nur unter dem Aspekt des Umweltschutzes zu betrachten, sondern auch unter dem Aspekt des Kostenvorteils und der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Unterstützung der regionalen Wirtschaft in der Vermarktung und Verarbeitung von ökologischen Landwirtschaftserzeugnissen aus der Region fördern. Beispielsweise, indem in Zusammenarbeit mit den Agronomen ein geeigneter Standort im Bezirk für eine Markthalle gesucht wird. Nicht zuletzt ist dies auch unter dem Blickwinkel der Verbraucherpolitik erforderlich. Eine umfassende Verbraucherpolitik ist Teil einer modernen Wirtschaftspolitik. Wer die Verbraucherinnen und Verbraucher schützen will, muss ökologische Ökonomie fördern.

Das interkulturelle Potential des Bezirkes muss stärker auch im Bereich der Ökonomie genutzt werden. D. h.: Eine spezielle Existenzgründungs- und Wirtschaftsförderungsberatung für ausländische Unternehmerinnen und Unternehmer muss eingerichtet werden.

Bezirkliche Politik kann insbesondere die "weichen" Standortfaktoren (Stichwort: Lebensqualität) beeinflussen. Hierzu zählen auch die Gestaltungsmöglichkeiten im Bereich des Kultur- und Freizeitangebotes.

Ich spreche mich gegen weitere Einzelhandelsflächen auf dem ehemaligen Rangierbahnhof Pankow aus; es gibt Einkaufsstraßen, deren Potenzial nicht annährend ausgenutzt wird, bspw. die Berliner Allee in Weißensee. Über die im Zentren-Konzept festgelegten Flächen hinaus, dürfen keine weiteren Gewerbeflächen entstehen.

 

Persönliches

  • 07.05.1974 in Osterode/ Harz geboren
  • seit 1999 lebe ich in Berlin-Pankow (OT Prenzlauer Berg)

Ausbildung
Einjährige Berufsfachschule Wirtschaft, Abitur am Fachgymnasium Wirtschaft in Osterode, Studium Volkswirtsschaftslehre an der Humboldt Universität, z. Zt. Studium Politikwissenschaft an der Freien Universität zu Berlin

Beruf
Ausbildung zum Industriekaufmann, danach Tätigkeit als Projektassistent und Sales Assistant Europe z. Zt. Buchhändler

Politische Vita

  • seit 2004 Mitglied Bündnis90/Die Grünen
  • Mitbegründer der AG Wirtschaft und Soziales Im Kreisverband Pankow und der BVV-Fraktion (01/2006)
  • Mitglied des Erweiterten Vorstands des KV Pankow (seit 05/2006)
  • Mitarbeit im Wahlkampf-Team Andreas Otto



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